Kleinmarkthalle in Frankfurt - Sehenswürdigkeit und Gourmet-Tempel

Die Frankfurter Kleinmarkthalle

Kleinmarkthalle Frankfurt
© Martina Taylor / pixelio.de

Was der Viktualienmarkt für München ist, ist die Kleinmarkthalle für Frankfurt am Main. Die insgesamt 1.500 m² fassende Kleinmarkthalle liegt zentral in der Altstadt von Frankfurt – unweit vom Liebfrauenberg, von Frankfurts bekanntester und umsatzstärkster Einkaufsstraße, der Zeil sowie der Hauptwache – und zieht sich zwischen Hasengasse und Ziegelgasse hin. Weitere 570 m² sind durch Läden belegt. Hier bieten 63 Händler an 156 Marktständen an Werktagen frische Lebensmittel aller Art – sowohl regional als auch international – sowie kulinarische Spezialitäten an kleinen Imbissständen. Im Einzelnen sind hier frisches Obst & Gemüse, Fleisch & Wurst, Wild & Geflügel, internationale Spezialitäten, frischer Fisch, Bioprodukte, Vegetarisches, Käse, Brot & Backwaren, Süßigkeiten & Confiserie, Eier, Nudeln, Gewürze, Brotaufstrich & Honig, Wein, Tee, Kaffee, Blumen & Pflanzen sowie diverse Getränek zu finden. In den Sommermonaten wird draußen am Ausgang zur Ziegelgasse der sogenannte Schlemmergarten eröffnet, der viele Leckereien für den kleinen Hunger bereithält. 
Der überdachte Wochenmarkt findet an dieser Stelle bereits seit 1879 statt und hat sich im Laufe der Jahre nicht nur in der Frankfurter Szene, sondern in der gesamten Region Rhein-Main zu einer einzigartigen Kultstätte der Kulinarik entwickelt. 
In der heutigen, seit 2000 unter Denkmalschutz stehenden Kleinmarkthalle wird unter dem Motto “Außen unscheinbar, innen bunt!“ ein sehr vielseitiges Warenangebot in einer Atmosphäre an den Mann bzw. die Frau gebracht, die in ihrer Wertschätzung und dem persönlichen Umgang mit den Kunden in Deutschland ihresgleichen sucht. Das besondere Flair in diesem Einzelhandelszentrum zeichnet sich dadurch aus, dass frische globale, hessische und auch mediterrane Waren auf engstem Raum für den Endverbraucher zum Anfassen bereitstehen. Die Frankfurter Kleinmarkthalle ist so viel mehr als nur ein x-beliebiges Einkaufszentrum, sie repräsentiert vielmehr die besondere Frankfurter Lebensart.

Die Entwicklung vom Markt zur Markthalle

Im Mittelalter und bis in das 19. Jahrhundert hinein war es in Frankfurt und weiteren Städten gang und gäbe, dass die Bauern ihre frischen Lebensmittel auf den öffentlichen Marktplätzen verkauften. Die Märkte wurden oftmals nach Straßen unterteilt, was sich bis heute noch in den traditionellen Straßennamen widerspiegelt, die nun ohne nähere Erläuterungen oftmals keinen Sinn mehr ergeben. So wurden etwa auf dem Weckmarkt Backwaren, auf dem Kornmarkt Getreide, auf dem Hühnermarkt Geflügel oder auf dem Roßmarkt Pferde zum Verkauf angeboten, während die einzelnen Handwerkszünfte in der Altstadt nach Straßen wie der Bendergasse (für Fassbinder) oder Ziegelgasse (für Ziegler, also Ziegelhersteller) etc. aufgeteilt lebten und arbeiteten. Mit dem Anstieg des allgemeinen Lebensstandards wuchsen im Laufe der Jahrhunderte auch die hygienischen Anforderungen auf den Märkten. 

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts versuchte der Magistrat von Frankfurt dann mittels Errichtung einer städtischen Markthalle, den Marktbetrieb zu kontrollieren. Der Bau der ursprünglichen verglasten Markthalle wurde 1879 nach zweijähriger Bauzeit auf dem Areal zwischen Fahrgasse und Hasengasse nach den Entwürfen von Stadtbaurat Gustav Behnke durch das Frankfurter Maschinenbau-Unternehmen J. S. Fries Sohn im Stil der Neurenaissance fertiggestellt. Das dreischiffige basilikale Gebäude war knapp drei Mal so groß wie die heutige Kleinmarkthalle und beherbergte 468 Verkaufsstände. In der 22 Meter hohen Halle war – so wie auch heute – eine Galerie eingebaut (damals allerdings noch rundumlaufend), die ebenso zum Verkauf genutzt wurde. 

Friedrich Stoltze (1816; † 1891), der Frankfurter Mundart-Dichter und Schriftsteller, schrieb über das damalige Treiben in der für den Klein- als auch Großhandel genutzten alten Markthalle, welche von der Frankfurter Bevölkerung schnell mit Begeisterung angenommen wurde: 
"Gemieß, Kardoffel und was noch all, des kriecht mer hier in dere Hall. 

Und owwe uff der Galerie, da möpselts nach Fromaasch de Brie."
(Gemüse, Kartoffeln und was nicht noch alles, das bekommte man hier in der Halle. Und oben auf der Galerie, da müffelt der Camembert nach Käse.) 

Die wachsende Bedeutung der Markthalle kann an dem Umstand gemessen werden, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine eigene Straßenbahnlinie von Westend zur Markthalle eingerichtet wurde. Die Frankfurter nannten diese damals die “Dienstmädchenlinie“, da sie von den vielen Hausangestellten aus dem eher bürgerlichen Wohnviertel Westend zu Besorgungen in der Markthalle genutzt wurde. Mit dem Bau der Großmarkthalle in Ostend im Jahr 1928 entfiel der Bereich des Großhandels in der Markthalle. Dementsprechend musste die Halle den neuen Anforderungen entsprechend umstrukturiert werden, was bei den Umbauten 1929 beispielsweise zur Begradigung der Fassade führte. Die nunmehr Kleinmarkthalle genannte Halle erlitt durch die Bombenangriffe der Alliierten 1944 so schwere Beschädigungen, dass ihre Ruinen in der Nachkriegszeit abgetragen werden mussten. Neun Jahre nach dem Kriegsende, 1954, wurde die heutige Kleinmarkthalle am jetzigen Standort, um die 200 Meter südwestlich des ursprünglichen Standortes, unter der tatkräftigen Mithilfe der Frankfurter Bevölkerung errichtet.

Renovierung der Kleinmarkthalle

Die Pracht des Neubaus hielt jedoch nur für 50 Jahre. Die Stadt beschäftigt sich seitdem damit, wie mit der denkmalgeschützten aber renovierungsbedürftigen Kleinmarkthalle zu verfahren sei. Bereits 2005 wurde ein Vorschlag des Planungsdezernenten, die Halle samt Umgebung abreißen und durch einen Neubau ersetzen zu lassen, von einer breiten Bevölkerungsschicht abgelehnt. Nur zwei Jahre später veröffentlichte das Baudezernat seine umfassenden Sanierungspläne für die Kleinmarkthalle, nach denen Fenster, Sanitäranlagen sowie Metzger-Marktstände als auch Heizung und Belüftung innerhalb von mehreren Jahren komplett erneuert werden sollen. Aufgrund der zu erwartenden Kosten für anstehende Investitionen und Umsatzausfälle während der Sanierungsphase aufseiten der Händler sowie der Befürchtungen der Kunden, dass die Kleinmarkthalle durch den Umbau ihr charakteristisches Flair einbüßen würde, sicherte die Stadt allen Beteiligten zu, sämtliche Kritikpunkte in die Umbauplanungen einfließen zu lassen. 

Beim anschließend ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gewann unter weltweit 50  Teilnehmern das Dresdner Büro Code Unique Architekten 2008 den Auftrag zur Sanierung der Kleinmarkthalle. Das Gewinnerkonzept sieht eine Vergrößerung der Kleinmarkthalle um circa 500 bis 600 m² vor, die unter anderem durch eine Erweiterung der Südseite um einen eingeschössigen Anbau mit Glasfronten anstelle des jetzigen Kundenparkplatzes sowie die Integration von großzügigen, verglasten Eingangsbereichen an den westlichen und östlichen Kopfenden ermöglicht werden soll. Des Weiteren ist eine Tiefgarage für Kunden und Händler geplant. Die geplanten Umbaukosten liegen bei rund 12,5 Millionen Euro. Mittlerweile ist der früheste Sanierungsbeginn bei laufendem Marktbetrieb auf 2013 verschoben. Anteil an dieser Entwicklung haben auch die massiven Demonstrationen der Händler der Halle – die sich indes zur Interessengemeinschaft Kleinmarkthalle zusammengeschlossen haben – seit 2009, welche sich gegen das Vorhaben der Stadt wenden, die Kleinmarkthalle aus der städtischen Marktordnung zu streichen und gleichzeitig zu privatisieren.

Sehenswerte Straßen & Plätze in Frankfurt

  • Das Bankenviertel ist das Herz der Finanzmetropole Frankfurt
  • Das Museumsufer sucht nicht nur in Deutschland seinesgleichen
  • Kaiserstraße und Bahnhofsviertel scheinen niemals zur Ruhe zu kommen
  • Einblicke in die Frankfurter Vergangenheit gibt es im Judenviertel
  • Sehenswert ist auch das Westend mit den Westend-Hochhäusern

Sehenswürdigkeiten in Offenbach

  • Das Büsing Palais ist eines der eindrucksvollsten Gebäude in Offenbach
  • Das Haus der Stadtgeschichte hat einiges zu bieten
  • Sehenswert ist auch der Wetterpark
  • Für Familien mit Kindern ist ein Besuch im Waldzoo zu empfehlen
  • Auch der Alte Friedhof in Offenbach ist sehenswert
  • Sehr schön ist auch das Isenburger Schloss
Lage der Markthalle in Frankfurt

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Erreichbarkeit der Kleinmarkthalle

Die Parkmöglichkeiten an der Südseite der Kleinmarkthalle sind begrenzt, deshalb empfiehlt es sich für Besucher, die mit dem Auto anreisen, auf die Parkhäuser "Konstablerwache", "Römer" oder "Hauptwache" auszuweichen. Von hier aus erreichen Sie den Eingang Hasengasse schnell und bequem.

 Anreisende mit der S- und U-Bahn können an den Stationen “Hauptwache“, "Konstablerwache" sowie "Römer" aussteigen und nach einem kurzen Fußweg zum Eingang Hasengasse gelangen. Diesen erreichen auch Besucher, die mit der Straßenbahn an den Haltestellen “Börneplatz“ oder “ Römer/Paulskirche“ aussteigen.

 
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Weiterführende Informationen

Die Webseite der Kleinmarkthalle birgt allerhand interessante Einblicke in das kulinarische Paradies, unter anderem auch Rezepte, die die einzelnen Händler empfehlen. Wem diese nicht genug sind, für den gibt es die Möglichkeit, 150 Rezepte in gebundener Form unter dem Namen "Die Kleinmarkthalle kocht" zu kaufen.
Das von Paul Claessen, Lothar Krauss, Charlotte Schröner und Eva Wolf verfasste Buch ist im Nizza Verlag erschienen und präsentiert 20 Porträts von Händlern der Frankfurter Kleinmarkthalle sowie 120 Fotos. Das Buch ist im Übrigen auch bei vielen Händlern in der Halle direkt erhältlich.

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