Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt - Dom & Dommuseum in Frankfurt

Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus

Dom St. Bartholomäus
© PIA Stadt Frankfurt am Main, Foto: Tanja Schäfer

Die ehemalige Stiftskirche und Pfalzkapelle und späterer Kaiserdom St. Bartholomäus ist der größte sakrale Bau Frankfurts. Sie galt als ehemalige Wahl- und Krönungskirche für die Kaiser des römisch-deutschen Reiches bis ins 19. Jahrhundert hinein als ein Symbol der nationalen Einigung und als Dom zu einem der wichtigsten Gebäude in der Reichsgeschichte Deutschlands. 

Heute ist der Kaiserdom eine Hallenkirche mit drei Kirchenschiffen. Das kurze Langhaus aus der Frühgotik und das sehr lange Querhaus aus dem 14. Jahrhundert bilden in der Grundform ein zentrales Bauwerk. Der Turm im Westen der Kirche aus dem 15. Jahrhundert und seine sehr außergewöhnliche Kuppel sind einer größten architektonischen Leistungen der Gotik in Deutschland. Der Dom hat eine 14 Jahrhunderte alte Baugeschichte, die sehr eng mit der Stadtentwicklung Frankfurts verbunden ist. 

Der ostfränkische König Ludwig der Deutsche gründete mit dem dritten Vorgängerbau des Doms das Salvatorstift in Frankfurt. Daher wurde die Kirche fortan Salvatorbasilika genannt. Ludwig der Deutsche ersetzte mit dem Salvatorstift das ans Mittelreich gefallene Aachener Marienstift. Die Einkünfte des Stifts wurden durch viele Erbschaften und Stiftungen frommer Frankfurter sichergestellt. Unter den Gründungsmitgliedern waren der Abt Williheri und 12 Kanoniker, denen umfangreiche Privilegien eingeräumt wurden, darunter auch die Befreiung vom Militärdienst, was im kriegerischen Mittelalter ein sehr kostbares Privileg bedeutete. 

Das Zusammenleben der Kanoniker im Stift war dem eines Klosters ähnlich, daher teilten sie sich auch den Speisesaal und die Schlafräume. Für dieses gemeinschaftliche Leben der Priester, die kein Gelübde auf einen Orden abgelegt hatten, galten die vom Bischof Chrodegang aus Metz im Jahre 766 aufgestellten Regeln. Das Stift in Aachen veränderte die Regeln Chrodegangs im Jahre 816 und erlaubte auch, dass die Kanoniker Privateigentum besitzen dürften, was auch für das Frankfurter Regelwerk übernommen wurde. Zum ausgehenden 11. Jahrhundert wurde diese Art des gemeinschaftlichen Lebens bis auf die Ausnahme des gemeinsamen Gottesdienstes und des Chorgebets aufgehoben. Die Kanoniker durften dann ihre eigenen Angelegenheiten eigenverantwortlich regeln. Das Stift entsandte zu dieser Zeit Vikare zu den dem Stift unterstellten Kirchen und Kapellen und übernahm seelsorgerische Dienste in den weiteren Kirchen Frankfurts. 

Der Domprobst, der zunächst als Abt bezeichnet wurde, war meistens ein Angehöriger des Adels des Mainzer Domkapitels (darunter aus den Familien Solms, Eppstein und Nassau, später der Familien Schönborn oder Metternich oder auch einige französische Kardinäle) und er war der Vertreter des Leiters des Stifts. Dieser wurde vom Erzbischof von Mainz oder auch direkt aus Rom ernannt. Die interne Verwaltung des Stifts hatte der Dekan des Stifts inne. Der Kantor erledigte Aufgaben im Gottesdienst und leitete die Sängerknaben-Schule. Die Stiftsschule wurde von einem Scholaster geleitet und der Kustos war für die Verwaltung der Gebäude und er Güter verantwortlich. Darüber hinaus oblag ihm die Sorge für Kranke und Arme, diese Aufgabe erfüllten die später vom Stift eingerichteten Spitäler. 

Der Pleban war der Stadtpfarrer und er war auch für die allgemeine Seelsorge verantwortlich. Die Versammlung der Stiftsherren, das Stiftskapitel, hatte über die Wahl des Dekans, die Verleihung von Ämtern des Stifts und die Aufnahme von neuen Mitgliedern zu entscheiden. Bis es im Jahre 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss aufgelöst wurde, hatte das Stift eine wechselhafte Geschichte. 

Bartholomäus – Namenspatron des Frankfurter Doms

Die Schädeldecke des Apostels Bartholomäus, der seit 1239 das Patronat über die Kirche innehat, ist wohl die wertvollste Reliquie des Doms. In den synoptischen Evangelien des Matthäus, Lukal und Markus ist Bartholomäus als einer der 12 Jünger Jesu erwähnt. Er ist wohl mit dem Nathanael aus Kanaa in Galiläa identisch, dessen christliche Bekehrung im Johannesevangelium dargestellt ist. Bartholomäus wird dort als Sohn, was hebräisch bar bedeutet, des Tholmai bezeichnet, was sich dann zu Bar Tholmai, also Bartholomäus, gebildet hatte. 

In der frühchristlichen Überlieferung wird dargestellt, dass Bartholomäus nach dem Tod von Jesus die Missionierung Indiens und Armeniens übernommen haben soll. Der Legende nach soll er die von einem bösen Geist besessene Tochter des Königs Polymios von Armenien geheilt haben und dieser hat wegen des Wunders zum Christentum gewandt und hat sich von Bartholomäus taufen lassen. Mit ihm sollen sich auch seine Familie und sein Volk haben taufen lassen. Die Heidentempel wurden niedergerissen. Das ließen sich die heidnischen Priester nicht gefallen und sie baten Astvages, den Bruder des Königs um Hilfe. Dieser ließ Bartholomäus gefangen nehmen und durch Häuten bei lebendigem Leib und Köpfen bestialisch hinrichten. 

Die Reliquien des Bartholomäus kamen von Armenien über die Liparischen Inseln nach Benevent und dort übernahm sie der Kaiser Otto III., um sie nach Rom in das neue, dem Bartholomäus geweihte Kloster auf der Insel Bartolomeo all' Isola im Tiber zu bringen. Otto wollte die Knochen des Apostels danach per Schiff nach Deutschland bringen. Aber sein Tod vereitelte diese Vorhaben und die Reliquien verblieben zunächst in Rom. 

Der Probst des Salvatorstifts zu Frankfurt, Gottfried, und sein Vorgesetzter, der neu gewählte Mainzer Erzbischof von Mainz, Christian I. begleiteten Kaiser Friedrich I im Jahre 1166 auf einen seiner vielen Italienfeldzüge. Gottfried trat auch als Zeuge für die Echtheit einer Urkunde auf, mit der die Übertragung der Reliquien des Apostels Bartholomäus an Rom erfolgte. Bei dieser Gelegenheit mag Gottfried um die Schenkung der Schädeldecke des Apostels für das Stift gebeten haben. Zwar war der Raub von Reliquien aus besiegten italienischen Städten zu dieser Zeit an der Tagesordnung. Erst kurz zuvor hatte der Erzbischof zu Köln, Rainald von Dassel, im zerstörten Mailand die gesamten Überreste der Heiligen Drei Könige an sich genommen, um sie in den Kölner Dom zu verbringen, wo sie bis heute im Schrein der Heiligen Drei Könige ruhen. Sollte es sich nicht ganz so zugetragen haben, muss die Übertragung der Reliquien des Apostels Bartholomäus an Frankfurt schon weit vor dem Jahre 1215 erfolgt sein. Denn aus diesem Jahr ist die Verehrung des Bartholomäus in Frankfurt erstmals erwähnt und das Siegel der Urkunde trägt eine Abbildung des Apostels. Vom Siegel wird vermutet, dass es wesentlich älteren Datums sein muss.

Krönungszeremonien im Dom zu Frankfurt

Der Kaiserdom St. Bartholomäus war in den 1562 bis 1792 Schauplatz von insgesamt 10 Kaiserkrönungen. Diese feierlichen Krönungen standen unter Leitung des jeweiligen Mainzer Erzbischofs. Der Erzbischof und zwei weitere Kurfürsten geistlichen Standes empfingen den neu gewählten Kaiser unter dem Kreuzgangportal mit Weihwasser. Danach wurde der Kaiser durch den seitlich am Dom gelegenen Kreuzgang zum Krönungsaltar geleitet. Im Rahmen des dann stattfindenden Hochamtes wurde der Kaiser gekrönt. 

Am Hochamt nahmen Reichsfürsten, Vertreter der Reichsstände, der Rat der Stadt Frankfurt, ausländische Abordnungen, die Königsfamilie und die weltlichen Kurfürsten teil. Der neue Kaiser wurde vom Krönenden (Konsekrator) mit einer Mischung aus Balsam und Öl, dem Chrisam, auf dem Scheitel, der Brust, zwischen den beiden Schulterblättern, dem rechten Arm und rechten Handballen gesalbt. Danach ging es in die Wahlkapelle, wo ihm die „Gewänder Karls des Großen“ angezogen wurden, danach ging es wieder vor den Altar. Hier wurde ihm vom Mainzer Bischof das Schwert übergeben und er steckte ihm einen Ring an den Finger und bekleidete ihn mit einem Mantel. Danach nahm der Kaiser den Reichsapfel und das Kaiserzepter entgegen. Die Reichskrone wurde dem Kaiser dann von allen drei geistlichen Kurfürsten gemeinsam aufgesetzt. Die erste Amtshandlung des gekrönten Kaisers war der Ritterschlag für Personen, die sich um das Reich verdient gemacht hatten. 

Das Dommuseum in Frankfurt

Das Dommuseum wurde 1987 im mittelalterlichen Kreuzgang des Kaiserdoms St. Bartholomäus eröffnet. Mit einem Rundgang durch das Museum eröffnet sich einem die wechselvolle Geschichte Deutschlands bis weit in das 19. Jahrhundert hinein. Besonders sehenswert sind die aus dem Domschatz zur Verfügung gestellten liturgischen Geräte und Gewänder. Die wohl wertvollsten Exponate sind die Funde aus dem Mädchengrab aus dem 7. Jahrhundert, der Zeit der Merowinger. 

Die Exponate des Dommuseums werden in ihrer epochalen Zuordnung gezeigt. Dabei hat man darauf geachtet, dass die Geschichte der Frömmigkeit und des Gottesdienstes in ihren Zusammenhängen verdeutlicht wird.

Sehenswürdigkeiten in Frankfurt
  • Das Museum für Moderne Kunst genießt international einen guten Ruf
  • In den Wallanlagen finden Besucher etwas Ruhe von der Hektik der Großstadt
  • Das Deutsche Filmmuseum richtet sich nicht nur an ausgesprochen Filmfans
  • Eindrucksvolle Zeugnisse der Frankfurter Vergangenheit sind in der Judengasse zu sehen
  • Der Römer ist der zentrale Platz in der Frankfurter Altstadt
  • Im Struwwelpeter-Museum stehen Hoffmanns Charaktere im Vordergrund

Andere Kirchen in der Region

  • Auch in Mainz gibt es einen Dom - Dom St. Martin und St. Stefan
  • Sehenswert ist auch die Aschaffenburger Stiftskirche St. Peter und Alexander
  • In Darmstadt lohnt sich ein Besuch in der Stadtkirche
  • Die Marktkirche in Wiesbaden ist kaum zu übersehen
  • Beeindruckend ist auch die Katharinenkirche in Oppenheim
  • Vor allem die Chagall-Fenster der Kirche St. Stephan locken viele Besucher an
Der Dom St. Bartholomäus im Stadtplan von Frankfurt
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Bus, Bahn & Co - So erreichen Sie den Dom

Dei nächstgelegenen Haltestellen sind Dom / Römer und Paulskirche / Römer.

Straßenbahnlinien an der Haltestelle Paulskirche / Römer: 11, 12, 14

U-Bahn an der Haltestelle Dom / Römer: U4, U5

Buslinien an der Haltestelle Paulskirche / Römer: n1 (Nachtlinie), n8 (Nachtlinie)

Parkhaus in der Nähe: Parkhaus am Römer, Braubachstraße 15