Museum in Frankfurt: Schirn Kunsthalle

Schirn Kunsthalle in Frankfurt

Kunsthalle in Frankfurt
© PIA Stadt Frankfurt am Main, Foto: Tanja Schäfer

Ein weiteres Prachtstück des schillernden Museumsufers in Frankfurt am Main ist die Schirn Kunsthalle Frankfurt, kurz Schirn, welche 1986 in der Altstadt am Römerberg ihre Türen für Kunstbegeisterte aus aller Welt öffnete. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Schirn mit rund 200 extrem weit gefächerten Ausstellungen aus allen Kunstepochen (von Renaissance und Barock über die Kunst des 19. Jahrhunderts bis hin zur klassischen Moderne) in ihrer vergleichsweise jungen Geschichte bereits einen kräftigen Fußabdruck bei den bisherigen Besuchern und in der internationalen Kunstszene insgesamt hinterlassen hat. 

Hier entstehen Ausstellungsprojekte mit dem Fokus auf ein bestimmtes Thema oder das Werk eines bestimmten Künstlers als zeitlich begrenzte Eigenproduktionen oder Ausstellungskooperationen mit anderen Galerien. Das Zusammenspiel mit renommierten Kunsthäusern wie dem Solomon R. Guggenheim Museum und dem Museum of Modern Art in New York, der Tate Gallery in Liverpool, dem Centre Pompidou in Paris sowie der Eremitage in Sankt Petersburg haben sich die Verantwortlichen der Schirn nicht nur hart erarbeitet, sondern hat ihren Ruf auch gleichzeitig nachhaltig gefördert. Dies ist selbstverständlich auch notwendig, denn die Schirn besitzt keine eigene Sammlung, aus der sie schöpfen kann, sondern ist darauf angewiesen, mit brillianten Konzepten auf ihrer insgesamt 2.000 m² großen Ausstellungsfläche zu punkten. 

Planung und Architektur der Kunsthalle

Die Umsetzung der Entwürfe vom Architekturbüro BJSS, das unter anderem auch für die moderne Erweiterung des Landeshauses in Wiesbaden verantwortlich war, dauerte drei Jahre, ehe die Schirn Kunsthalle 1986 ihre Eröffnung feiern konnte und Frankfurt am Main um ein Juwel in der Kulturlandschaft am Museumsufer reicher war. 
Die Lage der Schirn ist geprägt von den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. In der näheren Umgebung befinden sich also viele Neubauten aber auch einige wenige historische Überbleibsel wie die Nikolaikirche westlich und der Kaiserdom östlich des lang gedehnten Kunstbaus der Schirn. 
Die verschachtelte Fassade aus hellen Sandstein-Travertinplatten ist genauso schlicht und markant gestaltet wie das eigentliche Ausstellungsgebäude: ein Raum mit fünf Etagen, 140 Meter lang, nur 10 Meter breit und ebenso hoch. Die Krönung des minimalistischen und auf klare Formen reduzierten Baus jedoch stellt im wahrsten Sinne des Wortes der Haupteingang, eine riesige Rotunde mit Glaskuppel dar, deren Umfang mehr als 60 Meter misst. Auch hier fand wieder das Prinzip des offenen Raums Anwendung. Zwei Innenhöfe und ein offener Säulengang geben der Schirn zudem ein Stück natürliches Ambiente und Licht, das im unmittelbaren Kontrast zur modernen RGB-Lichttechnik steht, die das Foyer in veränderbare Farbbäder wirft. 

Die Geburt der Schirn, deren Name sich vom althochdeutschen „scranna“ ableitet und einen „offenen Verkaufsstand“ bezeichnet (eine Hommage an die Geschichte und ursprüngliche Nutzung des Ortes zum Verkauf von Fleisch), waren von Anfang an mit Skepsis der Öffentlichkeit besetzt. Die Schwierigkeit lag in der Frage, wie man die kahle Stelle in der Frankfurter Altstadt, zuvor eine Stätte früherer Hochkultur, wieder nachhaltig mit Leben füllen konnte. Die Sichtnähe der benachbarten historischen Bauten  nahm dem ganzen Unterfangen ein gewisses Maß an Handlungsfreiheit. Christoph Vitali (geboren 1940), schweizerischer Kunstautor, Gründungsdirektor und erster Leiter der Kunsthalle in den Jahren zwischen 1986 und 1994, entschied sich zusammen mit den Architekten für einen modernen Bauansatz, der immerhin an manchen Stellen Durchblicke und Reminiszenzen auf die historische Umgebung gewährt. Genau das bewegte Walter Wallmann, damals Oberbürgermeister Frankfurts, 1986 bei der Einweihungsfeier zu dem Ausspruch: „Wir haben Frankfurt wieder ein Herz eingesetzt.“ Die Frankfurter Allgemeine Zeitung („Mord am Dom“), die Frankfurter Rundschau („mitteralterlicher Rammbock gegen den Domturm“) oder die taz („geduckter Betonriese“) sahen das freilich ganz anders: Nämlich als moderner Affront gegen die Historie und somit gegen die klassische Kunst. 

Ausstellungen in der Schirn

Ungeachtet dessen konzentrierte sich Vitali auf das Programm der Schirn und landete gleich mit der ersten Ausstellung „Die Maler und das Theater im 20. Jahrhundert“, in der Werke von Picasso, Wilson, Munch und anderen bedeutenden Künstlern zu sehen waren, einen satten Treffer. Rasch gelang der Kunsthalle unter seiner Führung die Etablierung als Ausstellungsort. Vitalis Nachfolger wurde der deutsche Kulturmanager Hellmut Seemann (geboren 1953), der von 1994 bis 2001 in der Schirn das Zepter in die Hand nahm, die Kunsthalle bravourös durch ökonomisch schwere Zeiten manövrierte und ihre finanzielle Autonomie zu bewahren vermochte. Außerdem war er für die erste Erweiterung des Kunstprogramms in der Schirn verantwortlich, was in Themenausstellungen wie „SeelenReich“ über den deutschen Symbolismus oder zu den Schätzen aus der Grabanlage des Kaisers Wen aus dem Jahr 122 v. Chr. in Kanton führte. 2001 übernahm Seemann dann die Funktion als Präsident der Klassik Stiftung Weimar. Seitdem leitet der österreichische Kurator Max Hollein (geboren 1969) die Schirn, die unter seiner Regie ein strengeres Profil erlangte. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen darin, den Fokus der Ausstellungen verstärkt auf die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts zu lenken und sich somit charakterlich deutlich vom musealen Angebot abzuheben. Dies ist ihm auch dank verbesserter finanzieller Möglichkeiten gelungen. Seine ungewöhnlichen Ausstellungen mit oft progressiven Titeln locken mittlerweile im Durchschnitt dreimal so viele Besucher an wie zuvor. 

Die Ausstellungen, die von Kunstkritikern und Besuchern zugleich die vehementeste Zustimmung erfahren haben, sind unter anderem „Wassily Kandinsky – Die erste sowjetische Retrospektive“ (1989), „Die nackte Wahrheit – Klimt, Schiele, Kokoschka und andere Skandale“ (2005) und „Impressionistinnen – Berthe Morisot, Mary Cassatt, Eva Gonzalès, Marie Bracquemond“ (2008). 

Das Angebot der Schrin Kunsthalle

Kunst, so wie die Schirn sie versteht, ist immer aktuell und reibt sich an gesellschaftlich relevanten Themen. Besucher werden animiert, von diesem modernen Blickpunkt aus die Aktualität der künstlerischen Œuvres zu entdecken. Die Quintessenz dessen, was die Kunsthalle ermöglichen will, ist eine aktive kulturelle Diskussion. In diesem Sinne sind auch die Angebote der Schirn zu verstehen, mit denen Besuchern das Sehen und Erleben von Kunst näher gebracht werden soll. Die Nutznießer dieser Angebote, die weit über die üblichen öffentlichen Führungen oder Expertenführungen hinausgehen und wissenschaftliche, spielerische und kreative Begegnungen mit den Künstlern und ihren ausgestellten Werken ermöglichen, werden hierbei in sechs Gruppen aufgeteilt:

Erwachsene
Fremdsprachige Führungen, öffentliche Sonderführungen für Hör- und Sehgeschädigte, Vorträge und Lesungen von Kuratoren, Experten und Wissenschaftlern, Art After Work, Atelier After Work, Kunst & Kaffeekranz für die älteren Kunstinteressierten

Kinder/Jugend/Familie
Kinderstunden, Familienworkshops, Schirn Explore (Kunst entdecken), Kusimus (Bildende  Kunst trifft Musik mittels Sinne), Ferienprogramm, Spielboxx (Erhebungen zu Ausstellungen), Kindergeburtstage, Kinderkunstclub (6-13 Jahre), Schirn Buggy für die kleinsten unter den Schirn-Besuchern


Kindergarten/Schule/Universität
Führungen mit Praxis, Max und Lisa (Handpuppen als Führer), Geschichten in der Ausstellung, Bilderstreit, Lehrerfortbildungen, fachbezogene Projekte mit Universitäten

Events
Schirn At Night (Kunst & Club), Kinderkunstnacht, Nacht der Museen

Bildungsprojekte
Frühkindliche Bildung (unter 6 Jahre), Kunst im Fokus (9-19 Jahre), Schirn Extern (Kunstprogramm an Schulen in Frankfurt und Umgebung), Sommerakademie für Jugendliche (14-19 Jahre), Kunsttalente zur Förderung (12-15 Jahre), Walk of Fame für sozial und wirtschaftlich benachteiligte Jugendliche, Jungs machen Kunst

Bildungspartner
Die Schirn arbeitet mit den folgenden Einrichtungen an neuen Strategien im Bereich der ästhetischen Bildung: Kita Bildungsnetz der Stadt Frankfurt, Anna-Schmidt-Schule in Frankfurt und Nieder-Erlenbach, Institute für Kunstpädagogik der Goethe-Universität Frankfurt sowie Justus-Liebig-Universität Gießen

Sollten Sie Interesse an der Schirn Kunsthalle Frankfurt und/oder an dem eben angerissenen Angebot haben, schauen Sie sich gerne auf ihrer Webseite um, um den neuesten Stand der Dinge in Erfahrung zu bringen: http://www.schirn.de/ 

In dem Teil der Schirn, der auf der anderen Seite der Bendergasse liegt, befindet sich das Schirn Cafe „Table“. Hier können Sie nach Herzenslaune die erlebten Kunstmomente sacken lassen, Energie tanken für die zweite Runde in der Kunsthalle oder einfach nur ihren Hunger stillen. Auch die Buchhandlung Kunst-Buch am Römerberg 7 ist ein guter Ort, um die gesammelten Eindrücke zu verarbeiten oder gar zu vertiefen. 

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Lage der Schirn in Frankfurt

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Erreichbarkeit der Kunsthalle

Die Anreise zur Schirn kann bequem mit den U-Bahnlinien 4 und 5 (Ausstieg Station „Dom/Römer“) oder den Straßenbahnlinien 11 und 12 (Ausstieg Station „Paulskirche“) erfolgen.

Für Anreisende mit dem PKW steht das Parkhaus am Römer ganz in der Nähe zur Verfügung

 
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