Kloster Eberbach bei Eltville am Rhein

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Kloster Eberbach in Eltville

Kloster Eberbach am Rhein
© Makrodepecher /pixelio.de

Weinliebhabern wird das Kloster Eberbach in Eltville ein Begriff sein. Der Name steht für die ausgezeichnete Weine und im Kloster selbst der Zelebration des Wein Kelterns und Ausbauens. Es ist Sitz der Hessische Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach. Aber das Kloster Eberbach ist auch darüber hinaus ein äußerst medienwirksamer Ort. So wurden der Großteil der Innenaufnahmen des weltbekannten Films „Der Name der Rose“ hier im Winter von 1985 auf 1986 aufgenommen. Das Kloster war außerdem Schauplatz vieler anderer Medienproduktionen.

Daneben kann man das Kloster Eberbach als Pilgerstätte für Weinkenner aus der ganzen Welt betrachten. Der hier ansässige Rheingauer Weinkonvent hat sich der Verbreitung des Wissens über den Wein verschrieben. Daher werden hier Kellerweinproben im Cabinet- und Hospitalkeller angeboten, außerdem finden im barocken Refektorium oder im Laienschlafsaal aus dem 13. Jahrhundert Weinproben statt. Daneben ist das Kloster auch ein beliebter Ort für Hochzeiten. Daher hat die Stadtverwaltung Eltville hier eine Außenstelle des Standesamts eingerichtet.

Im Frühjahr und Herbst finden im Kloster Eberbach die sehr beliebten Weinversteigerungen statt, auf denen manchmal sogar fünfstellige Preise für Unikate und Raritäten erzielt werden können. Im April findet eine Weinverkaufsmesse statt. Im November gibt es mit den „Glorreiche Tage“ ein lukullisches Fest mit vielen kulturellen Events. Das Jahr wird mit dem Erntedankfest der Winzer des Rheingaus am ersten Sonntag im Dezember abgeschlossen.

Das Schloss Eberbach ist zudem ein Hotel und hat eine Reihe von gastronomischen Betrieben auf dem Klostergelände. Man kann Räumlichkeiten für stilvolle Firmenveranstaltungen mieten.

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Ein Blick in die Geschichte des Klosters

Geschichtlich gesehen ist das Kloster Eberbach ein Zisterzienserkloster, das im Jahr 1136 von Bernhard von Clairvaux gegründet wurde. Davor bestand an dieser Stelle eine von dem Mainzer Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken gegründete Siedlung von Chorherren der Augustiner und Benediktiner. Diese Herrschaften trieben es dem Adalbert wohl zu toll und er vertrieb sie höchstpersönlich wegen ihres unzüchtigen Verhaltens von diesem Ort. Dies zogen nach St. Aegidius in Mittelheim um.

Daher konnten der erste Abt Ruthard und 12 Mönche die schon bestehenden Klostergebäude beziehen. Im Jahre 1145 wurde mit dem Bau der Klosterkirche begonnen, die dann 1186 im Beisein des Münsteraner Bischofs Hermann II. von Katzenelnbogen vom Erzbischof Konrad von Mainz geweiht wurde. Die Familie des Hermann II. von Katzenelnbogen erwählte das Kloster Eberbach zu ihrem Familienkloster und so wurden ab 1311 im südlichen Teil des Querschiffs der Klosterkirche verstorbene Familienmitglieder beerdigt. Gegen 1120 wurde der Konversen- und Hospitalbau fertiggestellt und damit endete auch die Periode des romanischen Bauens im Kloster. Das zunächst kleine Kloster, das aus 12 Brüdern bestand, entwickelt sich sehr schnell zu einem der bedeutendsten und wichtigsten Klöstern in Deutschland. Sehr bald wurden von ihm auch Neugründungen, wie 1142 das Kloster Schönau bei Heidelberg im Odenwald, 1144 das Kloster Otterberg in der Pfalz, 1155 das Kloster Gottesthal in Val-Dieu bei Lüttich und 1174 das Kloster Arnsburg in der Wetterau durchgeführt.

Jedoch mussten nach den Bestimmungen des Zisterzienserordens für die Gründung eines Tochterklosters im Hauptkloster mindestens 60 Brüder vorhanden sein. Im 12. und 13. Jahrhundert, der Blütezeit des Klosters Eberbach lebten hier geschätzt 100 Mönche und 200 Laienbrüder. Diese sind für die Schaffung eines Systems von Klostergebäuden in der gotischen und barocken Bauphase verantwortlich, deren heutiges geschlossenes Gesamtbild und der gute Erhaltungszustand das Kloster Eberbach zu einem einzigartigen Kloster in Deutschland werden ließ. Das „Oculus Memoriae“, ein Verzeichnis von Besitzverhältnissen aus dem Jahr 1211 gibt über den Besitz der Abtei Eberbach sehr gut Auskunft.

In wirtschaftlicher Hinsicht waren die Mönche des Klosters Eberbach immer sehr erfolgreich. Die Haupteinnahmequelle des Klosters waren die Erlöse aus dem Weinanbau. Das Kloster betrieb zu Beginn des 13. Jahrhunderts sogar mit selbst gebauten Schiffen eine von den Laienbrüdern unterhaltene Rheinschifffahrt, die Wein und Salz bis nach Köln brachte. Ab 1162 war das Kloster auch in Köln auch im Besitz eines vom Papst Alexander III. privilegierten Lagerhauses. Die Fraternei und das Laienrefektorium wurden im 15. Jahrhundert in Weinkeller umgebaut. Die Rebsorte Grobrot wird im Jahr 1476 zum ersten Mal erwähnt. Dies ist der einzige Anhaltspunkt zur Beantwortung der Frage, welcher Wein im Mittelalter vom Kloster gekeltert wurde.

Um das Jahr 1525 muss es im Kloster Eberbach auch ein riesiges Weinfass mit einem Fassungsvermögen von 50.000 bis 100.000 Litern gegeben haben, denn die aufständischen Rheingauer, die unterhalb des Klosters ihr Heerlager hatten, müssen dem Wein aus diesem Fass kräftig zugesprochen haben.

Der Einfall schwedischer Soldaten während des Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648) hat im Jahr 1631 dem Kloster schweren Schaden zugefügt. Die Kirchengeräte und die Bücher der bedeutenden Bibliothek wurden entwendet und die Mönchen zeitweise vertrieben. Diese kehrte erst 1635 in einer Stärke von 20 Brüdern zurück und begannen allmählich mit dem Wiederaufbau.

Eine wirklichen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte das Kloster Eberbach im 18. Jahrhundert. Jahresabschlüsse weisen nach, dass immer wieder Gewinne des Klosters an der Frankfurter Börse angelegt wurden. In der Zeit von 1704 bis 1704 wird das Innere der Klosterkirche barock umgestaltet und bei den Klostergebäuden konnte man eine starke Bautätigkeit verzeichnen.

In der Zeit der französischen Revolution erfolgte der Niedergang des Klosters Eberbach. Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 führte zu einer politischen Neuordnung Deutschlands und zu hohen Reparationszahlungen. Das Kloster Eberbach wurde dem Fürsten Friedrich August von Nassau-Usingen übereignet. Dieser löste die Abtei dann am 18. September 1803 auf. Der damalige Abt Leonhard II. Müller von Rüdesheim und seine Ordensbrüder mussten aus dem Kloster vertrieben werden.

Nach ihrer Säkularisierung im Jahre 1803 geht die Abtei als Weinbaudomäne in das Eigentum des Fürstentums zu Nassau-Usingen, dann gehörte das Kloster Eberbach in den Jahren 1866 bis 1945 dem preußischen Staat und danach von 1945 bis 1997 der Landesregierung von Hessen. In den ersten Jahren nach der Verstaatlichung wurde der Kreuzgang teilweise abgebaut und das Klosterinventar wurde verschleudert oder vernichtet.

In den Klostergebäuden befand sich bis 1912 ein Gefängnis. Nach einem Edikt des Herzogtums Nassau wurde aus einzelnen Bereichen der Klosteranlage das „Irrenhaus Eberbach“.

Im Jahr 1998 geht das Eigentum an dem Kloster vom Land Hessen auf die Stiftung Kloster Eberbach, ein Stiftung öffentlichen Rechts, über. Der Weinbau wird weiter als Landesbetrieb Hessens geführt.

Das Kloster Eberbach wurde mehrfach Instandgesetzt und wurde u. a.unter anderem auch für kulturelle Events verwendet. Wie Eingangs schon erwähnt diente das Kloster auch als Drehort für die Verfilmung des Romans „Der Name der Rose“ von Umberto Eco.

Praktische Informationen für Besucher des Klosters Eberbach

Öffnungszeiten in den Monaten April bis Oktober
Öffnung der Klosteranlage und Audioführung täglich 10.00 bis 18.00 Uhr
An Konzerttagen des Rheingau-Musik-Festivals muss das Kloster bereits um 17:00 Uhr geschlossen werden.

Öffnungszeiten in den Monaten November bis März
Öffnung der Klosteranlage und Audioführung täglich 11:00 bis 17:00 Uhr

Während der Öffnungszeiten gibt es ganzjährig regelmäßige Führungen durch das Kloster.

 
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