Zitadelle in Mainz - Festung und Garnisonsmuseum in der Zitadelle Mainz

Die Mainzer Zitadelle

Zitadelle in Mainz
© Landeshauptstadt Mainz

Die Geschichte von Mainz ist eng mit der römischen verbunden und kann somit auf 2000 Jahre Garnisonsgeschichte zurückblicken. Das Kapitel der Festung Mainz und der Mainzer Zitadelle hingegen gehört zur neuzeitlichen Garnisonsgeschichte. 
Die 1660 als Teil der Festung Mainz errichtete Mainzer Zitadelle befindet sich an der heutigen Altstadtgrenze unweit des Bahnhofes „Römisches Theater“ (ehemaliger Südbahnhof). Diese Jahreszahl bezieht sich allerdings nur auf die Zitadelle, wie sie uns aktuell erscheint. 
Heutzutage zeugen zahlreiche Überbleibsel der Festung, ob Festungswerke, Kasernen, Straßennamen oder eben jene Zitadelle von der Historie der Stadt Mainz als Festungsstadt. Die Zitadelle gehört zu den wichtigen geschichtlichen Bauwerken unter ihnen. 

Die Festung Mainz

Die Ursprünge der Zitadelle auf dem verteidigungsstrategisch wichtigen Jakobsberg am Rande der Stadt reichen allerdings weiter zurück als bis ins Jahr 1660. Kurfürst Johann Schweikhard von Kronberg ließ 1619 die mittelalterliche Stadtmauer an den bedeutendsten Abschnitten mit Wällen verstärken, zudem ließ er zwischen den Jahren 1620-29 den Jakobsberg – bis dahin nicht von der Stadtmauer umgeben – zur nach ihm benannten fünfeckigen „Schweikhardtsburg“ umfunktionieren.

Ein anderer Kurfürst, Johann Philipp von Schönborn, zog später die Lehren aus der erfolgreichen Attacke des schwedischen Königs Gustav Adolfs auf Mainz aus dem Jahr 1631, als er 1655 nach dem Dreißigjährigen Krieg damit begann, Mainz als Festung aufstellen zu lassen. Dieser Umbau, der die Schaffung von 16 Bastionen – sternförmig um Mainz platziert – beinhaltete, dauerte 20 Jahre an. Anstelle der Schweikardtsburg trat nun die viereckige Zitadelle als Festungskommandantur. Innerhalb dieser Umwallung nach französischem Vorbild ließ der Kurfürst historische Objekte wie das seit 1050 bestehende benediktinische Jakobskloster im Innern der Zitadelle sowie den Drususstein, benannt nach der Bastion, auf der der römische Kenotaph stand, unangetastet. 

Die Festung erfuhr 1710-1730 indes auf Initiative vom Kurfürsten Schönborn mit fünf Forts – wie etwa das Fort Hauptstein, das dem Münstertor vorgestellt war, die Karlsschanze, die dem Neutor Schutz gab und die Josephschanze, die auf dem Linsenberg erbaut wurde –, die weit vor der Festung installiert wurden, eine Erweiterung um einen zweiten Festungsring. 

1733 und 1734 folgte dann noch der Bau der Forts Welsch, Elisabeth und Philipp. Das Kloster fiel allerdings 1793 der Belagerung von Mainz im Zuge des Ersten Koalitionskrieges (1792-1797) zum Opfer. 

Die wenigen unversehrten Teile wurden fortan vom Militär verwendet, 1813 zwischenzeitlich auch als Station der Telegraphenstrecke nach Metz.

Erhaltene Teile der Festung
Ein Gang durch die Überbleibsel der Festung Mainz – Bastionen, Forts, Kasernen et cetera – erscheint wie ein Spaziergang durch 300 Jahre neuzeitlicher Mainzer Stadt- und  Militärgeschichte. Während einige Festungswerke, wie etwa die Reduitkaserne gleich ins Auge fallen, sind andere, zum Beispiel das Fort Josef, weniger augenscheinlich. 

Hier eine Liste der wichtigsten erhalten gebliebenen Festungswerke:

Bastion Alexander (1655), Gautor (1462), Gonsenheimer Tor (1872), Fort Josef (1710-1730), Fort Weisenau (1825-1830), Fort Biehler (1880-1884), Stützpunkt „Auf der Muhl“ (1908-1911), Rheinbefestigung (1816-66), Proviantmagazin (1863-67), Kasernen wie die Reduitkasererne (1830-34), die Defensionskaserne (1839-1842) sowie die Alexanderkaserne (1863-65) als auch Kriegerdenkmäler wie der Napoleonstein (1839).

Detaillierte Ausführungen zu jedem Festungswerk finden Sie auf dieser Webseite: http://www.festung-mainz.de 

Von der Kaserne zum Denkmal

Die Koalitionstruppen Preußen und Österreich machten von der Zitadelle ab dem Jahr 1816 – das Jahr, in dem Mainz zur Festung des Deutschen Bundes ernannt wurde – als Kaserne Gebrauch, zusammen mit der 1861 eigens gebauten bombensicheren Citadellkaserne sowie der 1914 auf den Grundmauern des Klosters in der Zitadelle gebauten Doppelkompaniekaserne. Die Festung wurde nun aufgrund ihrer strategischen Bedeutung im Kampf gegen Frankreich in zwei Befestigungsphasen – 1816 bis 1817 sowie 1841 bis 1848 – unter der Leitung des österreichischen Offiziers und Ingenieurs Franz Scholl ausgebaut und modernisiert. Mainz hatte ab nun eine ständige Garnison zur Verfügung. Viele der Festungswerke, die in jener Zeit gebaut wurden, sind auch heute noch zu besichtigen wie zum Beispiel Fort Weisenau im Volkspark, das Proviantmagazin zwischen dem Erthaler und dem Schönborner Hof am Schillerplatz, Fort Josef neben den Unikliniken oder das Fort Bingen mit einer Kasematte auf dem Gelände der Johannes Gutenberg-Universität. 

Mit Beendigung des Preußisch-Österreichischen Kriegs 1866 wurde Mainz erst preußische Festigung und 1873 dann Festung des Deutschen Reiches. Um die industrielle Entwicklung anzukurbeln, entstand 1872 die Mainzer Neustadt mit einem abermaligen Wall, dem sogenannten „Rheingauwall“. Anstelle der Schönborn’schen Bastion im Norden wurde dort die Kaiserstraße gebaut. Das Fort Biehler, errichtet im Jahr 1873, gilt als das letzte große Bauwerk in der Festung Mainz, das zu ihrer Stabilisierung errichtet wurde. 
 Ab 1904 verlor die Festung Mainz zunehmend an militärischer Bedeutung, obwohl 1909 ein weiterer vierter Festungsgürtel, die sogenannte „Selzstellung“, mit an die 318 modernen Bunkern erbaut wurde, um sich der seinerzeit verbesserten Artillerietechnik anzupassen. 1907 erlangte die Mainzer Zitadelle den Status eines Denkmals und genießt seitdem dementsprechenden Schutz, genauso wie der Graben im südlichen Abschnitt in den 80ern zum Landschaftsschutzgebiet erklärt wurde. In den beiden folgenden Weltkriegen wurde aus der Zitadelle ein Kriegsgefangenenlager. Der Abschluss des Versailler Vertrags 1918 zeichnete auch das Ende der militärischen Bedeutung der Mainzer Zitadelle. Mainz war nach knapp 300 Jahren nun keine Festungsstadt mehr. Die Nutzung aller Festungswerke in und um Mainz wurde eingestellt, abgesehen von der Verwendung der unterirdischen Gänge der Bastion Drusus zum Schutz der Mainzer Bevölkerung vor den Luftangriffen der Alliierten am Ende des Zweiten Weltkrieges. Von 1945 bis 1955 befand sich die Zitadelle unter der Aufsicht der französischen Besatzungsmacht. Danach begann die Stadt Mainz, dort verschiedene städtische Ämter unterzubringen. Beispielsweise befindet sich das Stadthistorische Museum vor dem Drususstein, genauer gesagt im Bau D der Zitadelle. 

Nachdem die Zitadelle in den Jahrzehnten des ausgehenden 20. Jahrhunderts wenig Beachtung fand und sogar darüber nachgedacht wurde, eine Autobahn über den historischen Bau zu führen, schließen insbesondere die jungen Mainzer das Wahrzeichen von Mainz wieder als einen festen Bestandteil des kulturellen Lebens ein. Ein Beleg hierfür ist etwa das populäre Open Ohr Festival, ein kulturpolitsches Festival, das jedes Jahr zu Pfingsten Jugendliche einlädt, sich mittels Gesprächsforen, Workshops und Livekonzerten unter Einwirkung von Musik, Kunst und Politik mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen. 

Garnisonsmuseum

Ebenso das „Garnisonshistorische Magazin der Stadt“ oder kurz das Garnisonsmuseum, das 2007 vom Fort Josef in die Zitadelle umzog. Hier findet sich neben einem imposanten Modell der Mainzer Festung eine immense Sammlung an historischen Uniformen, Bildern, Dokumenten und individuellen Erinnerungsstücken von Soldaten an die Militärdienstzeit. Die Führungen durch das private Museum werden vom Betreiber höchstpersönlich vorgenommen. Der Förderkreis Mainzer Garnisonsmuseum e.V. widmet sich der Erhaltung und dem Ausbau der Sammlung als auch der Räumlichkeiten. 

Beim Rundgang in der Zitadelle sollten Sie Ausschau nach neun wichtigen Abschnitten halten: Kommandantenbau (1696), Citadellkaserne (1861-63), Bastion Germanicus, Bastion Drusus, Drususstein, Doppelkompanie (1914), Bastion Alarm (), Windmühlenberg sowie der Graben.

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Lage der Zitadelle im heutigen Mainz

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Erreichbarkeit der Zitadelle

Bus & Bahn
Haltestelle Zitadellenweg / Römisches Theater - Buslinie 65, S-Bahn S 8

Parkmöglichkeiten
Einige Parkplätze stehen auf dem Gelände der Zitadelle zur Verfügung.

 
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Zitadelle Mainz e.V.

Die 2004 gegründete Initiative Zitadelle Mainz e.V. setzt sich für die Erhaltung und Nutzung des geschichtlichen Bauwerkes, einschließlich des Drusussteins, der Lutherkirche und des Römischen Theaters ein und strebt bezüglich des zukünftigen Umgangs mit der Zitadelle ein Gleichgewicht von Natur- und Denkmalschutz an.

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