Gutenberg-Museum im Haus zum Römischen Kaiser in Mainz - Museum für Druckkunst

Gutenberg-Museum und Haus zum Römischen Kaiser

Die beiden Mainzer Sehenswürdigkeiten haben naturgemäß eine getrennte Entwicklung genommen und haben auch eine eigenständige Geschichte. Dies zumindest bis zum Mai 1927, als die ersten beiden Ausstellungsräume des schon bestehenden Gutenberg-Museums im Haus zum Römischen Kaiser eröffnet wurden.

Haus zum Römischen Kaiser

Da das Haus zum Römischen Kaiser, zuvor Zum Marienberg genannt, etwas älter ist, wollen wir mit seiner Beschreibung beginnen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Mainz fast nahezu zerstört und das Haus zum Römischen Kaiser war der erste größere Neubau im zeitgenössischen Mainz. Als Prachtbau wurde es Vorlage für viele Schlösser und Residenzen des Churmainzer Adels. Neben dem Gutenberg-Museum befindet sich hier heute auch die Wohnung des Stadtschreibers von Mainz. 

Das historische Gebäude wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts für den kurfürstlichen Rat, Rentmeister und Großkaufmann Edmund Rokoch errichtet. Das Bauwerk mit seiner aufwendigen Renaissancefassade war für seine Zeit das reichste Bürgerhaus in der sonst zerstörten und entvölkerten Stadt Mainz. Im Jahr 1653 wurde zuerst in der traditionellen Bauweise der bürgerlichen Giebelhäuser der westliche Teil des Gebäudes erbaut. Nach 1657 entstand im östlichen Teil ein spiegelbildlich gestaltetes Giebelhaus. Danach entstand der Mittelbau, das Privatpalais Zum Marienberg, der die beiden Flügel verband. 

Die sich über der Durchfahrt befindliche Torfigur eines römischen Kaisers, der neben Kanonenkugeln steht, soll wahrscheinlich Karl V. nach dem Krieg gegen die Türken darstellen.

Das Gebäude wurde später mit einem plastischen Fassadenschmuck bedacht und war ab dem Jahre 1742 ein Hotel, das den bis heute verwendeten Namen Zum Römischen Kaiser trug. Hier stiegen unter anderem auch Goethe, Voltaire und Mozart auf ihren Reisen ab.

Die über dem Eingang befindliche Figur im Harnisch soll vermutlich Kaiser Karl VI. darstellen.
Das aus dem Jahr 1685 stammende barocke Deckengewölbe der ehemaligen Toreinfahrt war für seine Zeit, die beste Stuckarbeit in Mainz und weist eine Fülle an Motiven aus. In der Durchfahrt wurde das im Jahre 1827 in Sandstein erstellte Denkmal für Gutenberg aufgestellt, das von Joseph Scholl gestaltet wurde. 

Wegen seiner exquisiten Außenarchitektur wurde das Haus zum Römischen Kaiser zu einem maßgeblichen Trendsetter in der Mainzer Architektur. Nach seinem Vorbild entstanden der Schönborner Hof und das Bischöfliche Palais. 

Während des Zweiten Weltkrieges brannte das Haus zum Römischen Kaiser aus. Die Exponate des Gutenberg-Museums konnten jedoch vorher sichergestellt werden. Das Gebäude wurde in den Jahren 1960 bis 1961 restauriert. In 1962 wurde ein moderner Anbau errichtet und beide Gebäude dienen seit dem als Museum für die Druckkunst.

Gutenberg-Museum

Das Mainzer Gutenberg-Museum ist ein auf der ganzen Welt bekanntes und renommiertes Museum für die Schrift und die Druckkunst. Es wurde im Jahre 1900 von Mainzer Bürgern im Nachgang der Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag von Johannes Gutenberg ins Leben gerufen. 
Auch in unserem heutigen Zeitalter des Internets, den traditionellen Medien wie Druckpresse, Rundfunk und Fernsehen mit ihrem schnelllebigen Informationsangebot ist der Name Gutenberg immer noch ein Begriff. Daher muss man das nach ihm benannte Museum als Hommage an den Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern betrachten. Seine berühmten Bibeln mit 42 Zeilen sind hier in zwei Originalexemplaren ausgestellt. 

Ein weiteres wirkliches Highlight des Gutenberg Museums ist die originalgetreu   nachgebaute Druckwerkstatt Gutenbergs. Auf der bis heute noch benutzbaren Presse wird in der Werkstatt vorgeführt, wie vor über 600 Jahren Bücher gedruckt wurden. Auf einer Ausstellungsfläche mit 2.700 Quadratmetern werden Handschriften, Grafiken, Druckpressen, historische Drucke und Setzmaschinen aus früheren Epochen gezeigt, was das ausgezeichnete Spektrum des Gutenberg Museums perfekt abrundet. 

Aber bis zum heutigen Aussehen des Museums war es ein langer Weg, der am 24. 6. 1900 begann. Hier feierte die Stadt Mainz den 500. Geburtstag ihres berühmten Sohns Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Nach Abschluss der Feiern, Festreden und Veranstaltungen regten Bürger von Mainz und auch der nicht aus Mainz stammende Göttinger Professor, Direktor einer Bibliothek und Erforscher des frühen Buchdrucks, eine Gutenberg Gesellschaft zu gründen. Diese sollte die Forschung über das Leben und Wirken Gutenbergs weiterbringen und die Einrichtung eines Museums und seinen Fortbestand fördern.

Die Verantwortlichen der Stadt Mainz stimmten dem zu und so konnte knapp ein Jahr später, am 23. 6. 1901 das Gutenberg-Museum eröffnet werden. Gleichzeitig tagte die Gutenberg Gesellschaft erstmalig und zum ersten Vorsitzenden des Vorstands wurde Dr. Heinrich Gassner, der damalige Mainzer Oberbürgermeister, gewählt. Der kunstbeflissene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen übernahm die Schirmherrschaft. Als vorrangiges Ziel wurde bei dieser Gründungssitzung formuliert, zunächst einmal Mitglieder zu gewinnen. Die in der Folgezeit darauf ausgerichteten Aktivitäten waren so erfolgreich, dass Ende des Jahres 1901 613 Mitglieder der Gutenberg Gesellschaft beigetreten waren. Der Bestand und auch das Schicksal des Gutenberg-Museums sind sehr stark mit der Gesellschaft verwoben. Beide stehen in der Anfangszeit noch stark mit der Stadtbibliothek in Verbindung. 

Ab 1925 gibt es Pläne für eine räumliche Trennung des Gutenberg Museums von der Stadtbibliothek Mainz. Die Stadtverwaltung Mainz stellt dafür alternativ zwei historische Gebäude in unmittelbarer Nähe des Doms, das Haus zum Römischen Kaiser und das Haus Zum König von England wahlweise in Aussicht. Schon zu dieser Zeit wurde die Gutenberg Werkstatt rekonstruiert. Im Jahre 1926 erfolgt dann der Erwerb der ersten originalen Gutenberg Bibel.

Im Jahre 1927 werden die ersten beiden Museumsräume im Haus Zum Römischen Kaiser   der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im April 1932 steht dann das Haus Zum Römischen Kaiser in seiner Gesamtheit für das Museum zu Verfügung. In den Jahren des Zweiten Weltkrieges werden die Gebäude zerstört. Ein Teil der Exponate konnte jedoch gerettet werden. Ab dem Jahre 1945 erfolgt ein provisorischer Neubeginn. 

Im Jahr 1962 feiert die Stadt Mainz ihr 2.000jähriges Bestehen und das Museum zieht in das restaurierte Gebäude des Haus zum Römischen Kaiser ein und wird neu eingeweiht. Die bestens bestückte Fachbibliothek, die Gutenberg Gesellschaft, die Museumsverwaltung sowie die Abteilung für Restaurierungen sind nun im Haus Zum Römischen Kaiser untergebracht. Die eigentlichen Ausstellungsräume befinden sich jetzt in dem Museumsneubau unmittelbar daneben. 

Im Jahre 1978 erfolgt die viel diskutierte Ersteigerung der aus zwei Bänden bestehenden Gutenberg Bibel, das sogenannte Shuckburgh Exemplar, in New York. Dann wird in den Jahren 1990/91 ein kompletter Bleisatz Offizin, eine Setzerei und eine Druckerei in Hamburg erworben.

Am 4. April 2000 wird das sanierte und erweiterte Gutenberg Museum wieder eröffnet. Gleichzeitig öffnet die große Gutenbergausstellung im Erweiterungsbau.

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Lage des Gutenberg-Museums
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Erreichbarkeit dieser Mainzer Sehenswürdigkeit

Mit dem Bus
In der Nähe des Gutenbergmuseums befinden sich folgende Haltestellen, von denen Sie die Sehenswürdigkeiten in wenigen Minuten zu Fuß erreichen können.
Haltestelle Höfchen: 54, 55, 56, 57, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 70, 71, 90, 91
Halstestelle Fischtor: 60, 61, 71, 90

Mit dem Auto
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