Das Mainzer Schloss

Kurfürstliches Schloss Mainz

Das Kurfürstliche Schloss in Mainz ist die ehemalige Stadtresidenz der Erzbischöfe von Mainz, die auch gleichzeitig die Kurfürsten des Mainzer Kurstaates waren. Kurmainz war ein Territorium des Heiligen Römischen Reichs und wurde von den Kurfürsten und Erzbischöfen von Mainz verwaltet. Es war gemeinsam mit Kurköln und Kurtrier eines der drei klerikalen Kurfürstentümer. Die drei Erzbischöfe aus dem Rheinland sowie die Pfalzgrafen bei Rhein, die Markgrafen von Brandenburg, die Herzöge von Sachsen und die Könige von Böhmen waren seit dem 13. Jahrhundert die einzigen Instanzen, die den römisch-deutschen König und Kaiser wählen und auch krönen durften.

Die Grenzen des Erzbistums und des Kurfürstentums waren geographisch nicht deckungsgleich. Der Erzbischof von Mainz war im Erzstift, dem Kurfürstentum, reichsunmittelbarer Fürst und somit der weltliche Herrscher. Im Erzbistum selbst war er nur der geistliche Oberhirte.

Die klerikale Zuständigkeit des Erzbischof von Mainz beinhaltete seine Eigenschaft als Metropolit der Mainzer Kirchenprovinz, zu der im Hochmittelalter die Bistümer Hildesheim, Paderborn, Eichstätt, Würzburg, Chur, Augsburg, Straßburg, Konstanz, Speyer und Worms gehörten.

Das Erzbistum selbst war ein zusammenhängendes Gebiet. Es reichte vom Hunsrück über den nördlichen Odenwald, die Vogelsbergregion bis nach Einbeck und an die Saale.

Dagegen war die Kurmainz stark aufgesplittert und bestand im Jahr 1787 aus:
1. dem Unteren Erzstift, zu dem Mainz, einige Orten im Süden von Mainz, der Rheingau, Bingen und Umgebung und ein Landschaftsstreifen im Nordosten von Mainz, der sich von der Burg Königsstein bis Höchst am Main und in den Taunus erstreckte,
2. dem Oberen Erzstift, das Seligenstadt, Bergstraße, den Odenwald bis nach Heppenheim und Walldürn und das Gebiet um Aschaffenburg bedeutete.

Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts hatte der Mainzer Erzbischof seine Residenz direkt neben dem Dom. Dort kann man heute noch die um 1137 errichtete Privatkapelle am

Von der Martinsburg zum Schloss

Während des Zweiten Markgrafenkriegs wurde die Burg erheblich zerstört und ab dem Jahre 1552 im Stil der Renaissance-Architektur wieder aufgebaut. Acht Jahre später ließ der damalige Erzbischof Daniel Brendel von Homburg ein Kanzleigebäude und die Schlosskirche St. Gangolph erbauen.

Während des Dreißigjährigen Krieg im Jahre 1627 von Erzbischof Georg Friedrich von Greiffenklau ein Neubau des Schlosses veranlasst, dessen Flügel zum Rhein hin erst 1687 fertiggestellt werden konnte. Als Baumeister ist der Kapuzinerpater Matthias von Saarburg urkundlich erwähnt. Wegen des Dreißigjährigen Kriegs und der Wirren des um 1688 beginnenden Pfälzischen Erbfolgekriegs wurde die Bauzeit mehrmals verzögert, der Weiterbau wurde zwischenzeitlich sogar aufgegeben. Da der Originalplan nicht mehr vorhanden ist, geht man davon aus, dass, wie in Aschaffenburg, der Bau einer vierflügeligen Anlage vorgesehen war. In Aschaffenburg hatte man nach den Zerstörungen des dortigen Schlosses während des Markgrafenkrieges ,mit dem Bau eines Vier-Flügel-Bauwerks begonnen. Die Martinsburg in Mainz blieb wohl wegen der vielen Verzögerungen erst einmal stehen.

Neben den Kriegen und den Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg ist als Grund für die Verzögerung der Baufertigstellung des Schlosses die aufkeimende Mode der Erzbischöfe gewesen, sich eher auf den Bau von repräsentativen Adelshöfen zu konzentrieren. Hervorheben muss man in diesem Zusammenhang vor allen die von Lothar Franz von Schönborn begonnene Errichtung des Lustschlosses Favorite. Dieses Schloss wurde vor der Stadt der Mainmündung gegenüber errichtet.

Im Jahre 1752 war der Nordflügel des Kurfürstlichen Schlosses im wesentlich fertig gebaut und wurde in den nachfolgenden Jahre ausgestattet. Die vom Rhein wegführenden Flügelbauten wurden erst unter dem Erzbischof Johann Friedrich Karl von Ostein (1743 bis 1763) und dem letzten Kurfürsten des alten Kurstaates, Friedich Karl Joseph von Erthal begonnen. Im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses ging das Kurfürstentum auf Regensburg über und Karl Theodor von Dalberg war nur noch Kurfürst-Erzkanzler über die rechtsrheinischen Gebiete. Er residierte dann auch folgerichtig in Regensburg.

Im Kurfürstlichen Schloss wurde auch am 23. Oktober 1792 der erste deutsche Jakobinerklub gegründet, aus dem die erst demokratische Bewegung in Deutschland hervorgegangen ist.

Während der französischen Besetzung von Mainz durch die Truppen von Napoléon Bonaparte in den Jahr 1798 bis 1814 wurden die Martinsburg und die weiteren Gebäude dem Erdboden gleich gemacht, um neue Prunkstraßen zu bauen. Napoleon wollte Mainz zu einer repräsentativen Metropole aufwerten und ließ daher zugunsten des Boulevard de l'Empire die Martinsburg zerstören. So steht heute der Flügel zum Rhein frei.

Bei einem Luftangriff im Jahre 1942 wurde das Schloss erheblich zerstört und brannte ganze zwei Tage lang aus. Daher blieben nur die Treppenanlagen und die Fassaden stehen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde dann zuerst der Nordflügel restauriert; ab 1950 wurde hier wieder die Mainzer Fassenacht gefeiert. Man hat bei diesem Wiederaufbau jedoch nur die äußere Architektur wieder hergestellt. Der vollständig zerstörte Innenbereich wurde eher zweckmäßig ausgestattet. Heute befindet sich im Ostflügel das Römisch-Germanische Zentralmuseum und der bekannte „Akademiesaal“ ist im Nordflügel zu finden. Aus diesem Veranstaltungssaal wird seit 1973 in jedem Jahr die  Gemeinschaftssitzung der Mainzer Fastnachtsvereine „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ im Fernsehen live übertragen.

Das Mainzer Schloss – der Stand der Dinge

Aber es besteht auch schon seit vielen Jahren ein sehr dringender Renovierungs- und Sanierungsbedarf. Die erforderlichen Arbeit wurden aber wegen des knappen Stadtsäckels von Mainz immer wieder hinausgeschoben. Besonders die Außenfassade ist stark vom Verfall bedroht.

Es wäre wirklich schön, wenn das Kurfürstliche Schloss zumindest mit seinem Äußeren erhalten bleibt. Es zählt zu einem der letzten Gebäude der „Deutschen Renaissance“. Die Außenfassade wurde mit seinen Erkertürmen und dem reichen Baudekor und den Dächern in früheren Zeiten renoviert. Jedoch nagt der Zahn der Zeit und insbesondere der Umweltverschmutzung sehr an dem Mainsandstein, aus dem die Fassade und ihre Verzierungen bestehen.

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