Palmengarten in Frankfurt: Grünanlage und Botanischer Garten

Der Frankfurter Palmengarten

Pflanzen im Palmengarten
© Civic / aboutpixel

Der im Stadtteil Westend gelegene Palmengarten ist der zweite botanische Garten in Frankfurt am Main. An der nordöstlichen Ecke des 22 Hektar umfassenden Geländes schließt sich der Botanische Garten an. Dieser gehört zur biowissenschaftlichen Fakultät der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität zu Frankfurt. In der unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich der Grüneburgpark, und alle drei zusammen sind die größte Frankfurter Grünanlage in der Nähe der Innenstadt. 

Gründung des Palmengartens
Wie viele der Sehenswürdigkeiten in Frankfurt war private bürgerliche Initiative der Motor dafür, dass der Palmengarten im Jahre 1871 eröffnet werden konnte. In diesem Sinne wurde im Jahre 1868 ein Verein gegründet, der die vom Herzog Adolf von Nassau (1817; † 1905), dem späteren Luxemburger Großherzog, zum Verkauf ausgelobten tropischen Pflanzen- und Baumbestände aus der Orangerie seiner vorherigen Residenz – dem Schloss Biebrich, erwerben sollte. Mit dem Verkauf war der Frankfurter Gartenarchitekt Heinrich Siesmayer (1817; † 1900) betraut, und es sollte ihm tatsächlich gelingen, den Verein für die Förderung des öffentlichen Verkehrslebens in Frankfurt für diese recht wertvollen Bestände an Pflanzen und Bäumen zu erwärmen. Daher wurde 1868 ein Komitee für den Kauf der Wintergärten des Biebricher Schlosses gebildet. Das Komitee folgte der Vision Siesmayers von einem “Südpalast“ und gründete eine Aktiengesellschaft, mit deren Hilfe diese Idee realisiert werden konnte. Der Gründer der Frankfurter Zeitung, Leopold Sonnemann (1831; † 1909) engagierte sich stark für diesen Plan. Daher konnten die Aktien im Wert von ungefähr 300.000 Gulden schnell verkauft werden, sodass im Mai 1869 bereits die Palmengartengesellschaft gegründet werden konnte. 

Siesmayer wurde mit der Gestaltung des Palmengartens beauftragt, und er tat dies, indem er ihn nach französischen und englischen Mustern ausrichtete. Er nahm dabei im Besonderen die Hallen der Weltausstellung in Paris (1867) und den Parc des Buttes-Chaumont als Vorlage für die Gestaltung des Palmengartens. Der Palmengarten konnte bereits zwei Jahre später, am 16. März 1871, an der Bockenheimer Landstraße eröffnet werden. Siesmayer bekleidete die Position des Gartendirektors noch bis 1886. Sein Nachfolger bis 1923 war August Siebert. Er ließ die großen Schauhäuser für die Pflanzen bauen und gab der Palmengarten AG eine klarere wissenschaftlich-botanische Richtung. Die östlich des Parks gelegene Straße wurde in den 1940ern in August-Siebert-Straße und die westlich davon gelegene in Siesmayerstraße umbenannt.

Von Anfang an wurde der größte Teil der Flächen des Palmengartens von der Stadt Frankfurt zur Verfügung gestellt. Dazu erhielt die Palmengarten-AG einen auf 99 Jahre ausgestellten Erbpachtvertrag. Daneben kaufte die Stadt Frankfurt auf Anregung der AG größere Grundstücke hinzu. Diesbezüglich ließ die Stadtverwaltung im Jahre 1885 verlauten, dass man sich auf diese Geschäfte nur einlasse, weil nach Ablauf des Pachtvertrages der Palmengarten an die Kommune zurückfallen würde. Der sogenannte Neugartenbereich wurde intensiv für Sportarten wie Radrennen, Croquet und Rasentennis genutzt. Schon bald wurde der Palmengarten zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt für die Frankfurter. Doch die Entwicklung des Palmengartens lief nicht immer derart reibungslos ab, es gab auch einige Rückschläge zu verdauen, wie beispielsweise der Brand des Gesellschaftshauses in der Nacht vom 10. auf den 11. August 1877. 1890 hatte der Palmengarten Besuch der ganz besonderen Art. In jenem Jahr besuchte der legendäre amerikanische Büffeljäger Buffalo Bill zusammen mit 200 weiteren Cowboys und Indianern den Palmengarten und gab hier eine beeindruckende Western-Vorstellung. 

Die weitere Entwicklung
Wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges geriet die finanzielle Lage des Palmengartens und der AG zunehmend in Not. Folglich wuchs in den 1920er Jahren der Einfluss der Stadtverwaltung zusehends. 1929 setzte der Baudezernent Ernst May (1886; † 1970) einen Anbau für das Gesellschaftshaus durch, der der zeitgenössischen Architektur entsprach. Der Palmengarten wurde 1931 dann endgültig von der Stadt übernommen. Die Stadt verfolgte den Plan, den Palmengarten in einen Volksgarten zu verwandeln. Im Jahr 1941, also inmitten des Zweiten Weltkriegs, sollte im Palmengarten und auf den angrenzenden Grünflächen eine internationale Gartenbauausstellung stattfinden. Diese wurde aber dann doch noch abgesagt. Der Westflügel des Gesellschaftshauses brannte 1944 aus. Zehn Jahre später wurden bei der Renovierung die verzierten Wände mit einer simplen Holzverkleidung verdeckt. 

Es dauerte bis November 2005, ehe der Magistrat der Stadt Frankfurt den größten Teil der für eine Restaurierung erforderlichen Gelder zur Verfügung stellte. Zunächst sollten im Kalenderjahr 2006 nur provisorische Reparaturen durchgeführt werden und dann in den Jahren 2007 und 2008 eine gründliche Restaurierung erfolgen. Die Gesellschaft sollte dann im Jahre 2008 wieder eröffnet werden. Doch die Pläne verzögerten sich, da es zu einem Rechtsstreit über die korrekte Vergabe der Arbeiten nach den europäischen Ausschreibungsrichtlinien kam. Mit der Restaurierung konnte somit erst im April 2009 begonnen werden. Zwei Jahre später wurde sie fertiggestellt.

Pflanzen und Exponate im Palmengarten

Die Pflanzen- und Baumexponate sind entweder auf den freien Flächen oder in klimatisierten Gewächshäusern zu sehen. Diese Gewächshäuser beherbergen eine Vielzahl von Pflanzen- und Baumarten aus den Tropen und Subtropen. In einem Glaspavillon wurde eine subarktische Landschaft nachgestaltet. Auf dem Gelände gibt es auch zwei Wüstenlandschaften. Wer den Park nicht ohne fachliche Begleitung erkunden möchte, kann auch eine der angebotenen Führungen mitmachen. Diese sind zum einen eine  allgemeine Führung durch den Palmengarten, zum anderen gibt es auch besondere Heilpflanzenführungen. Daneben gibt es hier auch, sofern er denn wächst und blüht, einen Titanwurz zu bewundern. 


Wer sich nicht zu Fuß durch den Park bewegen möchte, kann auch die im Jahre 1972 eingerichtete Park-Eisenbahn benutzen. Der Palmen-Express ist eine durch Akkumulatoren angetriebene Schmalspurbahn, die eine Spurweite von 60 Zentimeter und eine 650 Meter lange, eingleisige Strecke befährt. Bis Oktober 2011 verkehrte hier eine Lokomotive im Westernlook mit vier offenen Waggons. Ab 2012 wird hier ein neuer Zug verkehren. Er wird dann aus zwei Triebwagen mit jeweils einem Führerstand und zwischen zwei und vier Mittelwaggons bestehen. Dieser Zug ist im Design des weltweit ersten Straßenbahntriebwagens der Frankfurt-Offenbacher Trambahn Gesellschaft (FOTG) gehalten. 

Veranstaltungen im Plamengarten

Rund ums Jahr finden im Frankfurter Palmengarten zahlreiche Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themen statt.Besonders bekannt sind die saisonalen Blumenschauen, zum Beispiel die Azaleen-Ausstellung oder die Orchideen-Ausstellung.Einige Highlights im Veranstaltungskalender des Palmengartens locken nicht nur Blumenfreunde in die Anlage, sondern auch Jazzfans und andere kulturell interessierte Personen.

Rosen- und Lichterfest
Jedes Jahr im Juni werden für die Dauer von drei Tagen mehrere Tausend Rosen ansprechend arrangiert. Begleitet wird diese Pflanzenausstellung von einem bunten Unterhaltungsprogramm mit Kinderbelustigung, Tanz und Musik. Den Höhepunkt des Lichterfestes im Palmengarten bildet ein Feuerwerk.

Jazz im Palmengarten
1959 gründete der deutsche Jazzjournalist und Hörfunkmoderator Werner Wunderlich (geboren 1926) die “Jazz im Palmengarten“-Reihe, die seitdem in jedem Sommer stattfindet. Daher wird sie als älteste kontinuierlich veranstaltete Open-Air Serie im Jazz auf der Welt angesehen. Seit seinem ersten Auftritt bei dieser Veranstaltung am 3. Juli 1959 nahm der deutsche Jazz-Posaunist Albert Mangelsdorf (1928; † 2005) bis zum Jahr vor seinem Tod alljährlich an der Reihe teil. 

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Lageplan des Palmengartens in Frankfurt
Erreichbarkeit der Grünanlage

Für Anreisende mit den öffentlichen Verkehrsmitteln empfiehlt es sich, mit den U-Bahnlinien U 4, 6 oder 7 bis zur Haltestelle "Bockenheimer Warte" zu fahren. Alternativ fahren auch die Straßenbahnlinie 16 sowie die Buslinien 32 und 50 dieselbe Haltestelle an. Passagiere der Buslinie 36 steigen am besten an der Haltestelle "Palmengarten" aus, Mitfahrende in der Buslinie 75 hingegen an der Haltestelle "Palmengartenstraße".

Anreisende mit dem Auto können das nahegelegene Parkhaus "Palmengarten" sowie die öffentlichen Parkplätze in der Siesmayerstraße benutzen. 

Der Palmengarten auf einen Blick

Öffnungszeiten
Februar bis Oktober: 9:00 – 18:00 Uhr
November bis Januar: 9:00 – 16:00 Uhr 

 Eintritt
Erwachsene 5€
Kinder bis 14 Jahre 2€
Familien (2 Erwachsene mit ihren eigenen Kindern) 9,50€
Ermäßigungen für Schwerbehinderte, Inhaber der Frankfurt Card, Schüler, Studenten und Senioren 

Hunde haben keinen Zutritt

Der Palmengarten ist bei vielen Städtereisen nach Frankfurt sicherlich eines der Highlights.

 
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Veranstaltungen in Frankfurt Veranstaltungen

Adresse

Palmengarten
Siesmayerstraße 61
60323 Frankfurt
Telefon: 069-21233939
www.palmengarten.frankfurt.de

Papageno Theater

Das Papageno-Musiktheater im Palmengarten bietet Nachmittags-Vorstellungen für Kinder und ein Abendprogramm für Erwachsene.
Das Theater bietet Platz für 199 Zuschauer und ist über den Haupteingang des Palmengartens zu erreichen.
Ticket-Hotline: 069-1340400