Darmstadt, Frankfurt, Leben, Mainz, Offenbach, Wiesbaden, Worms|10. Juli 2018 11:30

Miet-Radeln im Rhein-Main-Gebiet

© wiesbaden.de / Foto: ESWE Verkehr

Das Fahrrad ist für viele ein unverzichtbares Verkehrsmittel, vor allem wenn die Verkehrslage mal wieder die Hölle, kein eigenes Auto vorhanden und die nächstgelegene Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel ein gutes Stück vom eigentlichen Ziel entfernt ist. In all diesen Fällen wünschen sich viele ein Fahrrad herbei. Die eine Möglichkeit: einen Drahtesel kaufen. Die andere Möglichkeit: ein Fahrrad mieten. In vielen Städten im Rhein-Main-Gebiet ist dies problemlos möglich, da sich das System des Bike-Sharings immer weiter ausbreitet.

Miet-Radeln – wie funktioniert das?

Miet-Radeln oder auch Bike-Sharing ist die moderne Form des Fahrradverleihs. Es gibt keine zentrale Verleihstelle mehr, sondern an verschiedenen Plätzen innerhalb der Stadt stehen die Fahrräder, teilweise an festinstallierten Ständern, teils einfach so – das variiert je nach Anbieter. Je nach System kann das Fahrradschloss über eine App, per Handycode oder direkt am Terminal geöffnet werden. Dann heißt es aufsteigen und losradeln. Abgestellt werden kann das Rad dann (je nach Anbieter) an einer Mietstation oder an jeder beliebigen Stelle im Stadtgebiet. Die Kosten sind überschaubar und liegen in der Regel bei 1-1,50€ pro Stunde mit einer Obergrenze pro Tag, dazu gibt es fast überall Abo-Angebote für Dauernutzer.

Miet Radeln – wo gibt es das?

Im Rhein-Main-Gebiet gibt es Angebote zum miet-Radeln in fast jeder größeren Stadt. Wiesbaden ist die letzte der zentralen Großstädte der Metropolregion, die in diesen Tagen ein entsprechendes System etabliert. In Frankfurt gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Anbietern von Miet-Fahrrädern, in Mainz und Worms sind es die lokalen Verkehrsbetriebe, die ein entsprechendes Angebot zur Verfügung stellen, in Offenbach und Darmstadt kann auf Fahrräder der Deutschen Bahn zurückgegriffen werden.

Wiesbaden: meinRad & nextbike

Die Wiesbadener Verkehrsbetriebe ESWE Verkehr haben ihr Angebot erweitert und bieten ganz neu das System „meinRad“ an. Im Stadtgebiet von Wiesbaden sind dazu 50 Stationen mit 500 Rädern installiert worden. Die Fahrräder sind in einem knalligen Orange gestaltet, sodass sie definitiv auffallen.
Um „meinRad“ in Wiesbaden nutzen zu können, sind ein Smartphone und die entsprechende App notwendig.
Sehr praktisch ist, dass ESWE Verkehr mit der MVG aus dem benachbarten Mainz kooperiert, wo es schon seit einigen Jahren Miet-Räder gibt. Das bedeutet für Nutzer der Fahrräder, dass sie sowohl in Wiesbaden als auch in Mainz ausgeliehen und zurückgegeben werden könne.

Deutlich kleiner ist das Angebot von nextbike, das in Wiesbaden seit Herbst 2017 zur Verfügung steht. Im Stadtgebiet gibt es 13 Stationen und ca. 150 Räder. Bei Erfolg möchte nextbike sich vergrößern.

Mainz: MVGmeinRad

Mainz ist im Bereich der kleineren Großstädte ein Vorreiter in Sachen Mietradeln, denn in der rheinlandpfälzischen Hauptstadt gibt es das System MVGmeinRad bereits seit 2012. 2009 hatte das Vorhaben beim Bundeswettbewerb „Innovative öffentliche Fahrradvermietsysteme – neue Mobilität in Städten“ den ersten Platz belegt. Die knallig gelben Fahrräder prägen seit 2012 das Stadtbild und sind inzwischen von deutlich mehr als 2 Millionen Radlern genutzt worden.
Schon länger gibt es auf der rechtsrheinischen Seite Fahrrad-Mietstationen der MVG, diese befinden sich in Kostheim und Kastel. Seit Wiesbaden „meinRad“ eingeführt hat, wird alles noch flexibler, denn nun stehen weitere Stationen im gesamten Gebiet der hessischen Landeshauptstadt zur Verfügung und Mainzer Nutzer können ihre Räder nun auch in Wiesbaden zurückgeben oder ausleihen.
Weitere Stationen außerhalb des Mainzer Stadtgebietes gibt es in Budenheim und Ingelheim.

Frankfurt: Große Vielfalt

Frankfurt ist das Zentrum des Rhein-Main-Gebiets und gleichzeitig die mit Abstand größte Stadt der Region. Da verwundert es nicht, dass hier auch das Bike-Sharing-angebot besonders groß ist. Hier tummeln sich gleich fünf Anbieter.

  • Call a Bike – Mietrad-Service der Deutschen Bahn
  • nextbike – weltweit agierender Anbieter mit Sitz in Leipzig
  • oBike – Anbieter aus Singapur, der mit seinen grau-quietschgelben Rädern versucht deutsche Großstädte zu erobern
  • Byke – ein noch relativ junges Unternehmen, das versucht in Frankfurt Fuß zu fassen
  • LimeBike – passend zum Namen sind die Fahrräder des Unternehmens aus dem Silicon Valley limettengrün

So unterschiedlich die Anbieter für das Mietradeln in Frankfurt sind, so unterschiedlich ist auch ihr Modell. Während Call a Bike und nextbike auf feste Stationen setzen, an denen die Räder ausgeliehen und zurückgegeben werden können, überlassen es die übrigen Anbieter ihren Kunden, wo sie das Fahrrad abstellen.

Darmstadt: Call a Bike

Im Darmstädter Stadtgebiet steht das Fahrradmietsystem der Deutschen Bahn „Call a Bike“ zur Verfügung. Es gibt insgesamt 30 Stationen, an denen die Räder ausgeliehen und zurückgegeben werden können. Das System wurde in Darmstadt im Jahr 2015 eingeführt und seither kontinuierlich ergänzt.
Offenbach: Call a Bike
In Offenbach am Main gibt es Mietstationen für das Bike-Sharing-System der Deutschen Bahn „Call a Bike“. Der Vorteil dieses Systems ist, dass nicht nur Fahrten im Offenbacher Stadtgebiet möglich sind, sondern auch das benachbarte Frankfurt angesteuert werden kann, denn seit 1. Juli 2016 sind die Systeme der beiden Städte vernetzt und Radler sind deutlich flexibler.

Worms: VRNnextbike

In Worms arbeitet der Anbieter des öffentlichen Nahverkehrs VRN mit dem aus Leipzig stammenden Bike-sharing-Dienst nextbike zusammen. An 12 Stationen in der Nibelungenstadt stehen die blauen Räder zur Verfügung. Die Anmietung erfolgt über die App oder die Webseite des Anbieters, wer ohne Smartphone unterwegs ist, kann die Fahrräder auch über das Terminal an der Verleihstation mieten.

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